Aktuelles

August 2014

OTTO arbeitet die Glockenanlage von St. Catharina Dinklage auf

 

 

Im August 2014 hat OTTO-Glocken die Glockenanlage der Pfarrkirche St. Catharina in Dinklage wieder aufbereitet. 

 

Das Geläute besteht aus 4 Stahlglocken des Bochumer Verein aus dem Jahre 1947. Die Stahlglocken wiegen 5220 kg. Die Größte der Stahlglocken hat ein Gewicht von 2250 kg.

 

Zusätzlich zu den Stahlglocken beherbergt der Turm von St. Catharina noch zwei historische Glocken: eine Rincker-Glocken von 1774 und eine Glocken aus der Zeit zwischen den Kriegen; sie wurde von Petit & Gebr. Edelbrock im Jahre 1927 gegossen.

 

Über die Arbeiten in St. Catharina berichtete nach einem Besuch der Glockenanlage die Redakteurin der Oldenburgischen Volkszeitung, Frau Kerstin Köhne. 

 

Die Glockengießer OTTO haben vor dem Krieg zwei Glocken nach Dinklage geliefert. Von ihnen fehlt jede Spur.

 

Heute hängen aber noch in den nahe gelegenen Kirchen von Bakum (St. Johannes Baptist), Carum (St. Johannes Evangelist), Lüsche (St. Josef) und Vestrup (St. Vitus) OTTO-Glocken sowohl aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wie auch aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.

 

Repro: G. Reinhold

 


Oktober 2013

OTTO-Glocken im Leuchtturm von Essen-Frohnhausen

Zwischen 1905 und 1907 wurde die erste Kirche St. Mariä Geburt in Essen-Frohnhausen an der Ecke Harkort-, Intze-, Bunsenstraße errichtet. Die Presse lobte die neue Kirche als "eines der herrlichsten und stilvollsten Gotteshäuser der ganzen Stadt". Dazu passend erhielt die Kirche St. Mariä-Geburt im Jahre 1907 ein wunderbares vierstimmiges Geläute der Glockengießer F. OTTO aus Hemelingen / Bremen. Die Bronzeglocken haben folgende Disposition: h°, d', e', fis'. Die große Christusglocke (Foto 1) hat einen Durchmesser von 1720 mm und wiegt allein 3365 kg. Die Marienglocke (Foto 2) misst 1460 mm und wiegt 1971 kg. Insgesamt haben die vier Glocken ein Gewicht von 7749 kg.

 

Drei der vier Glocken wurden von den Nazis zu Kriegszwecken beschlagnahmt. Das Foto der Christusglocke lässt heute noch die Beschriftung erkenne.

 

Im Jahre 1943 wurde die Pfarrkirche durch Fliegerbomben und Brände zerstört. Nur ein Teil des Kirchturmes blieb erhalten.

 

Wie durch ein Wunder wurden die drei beschlagnahmten Glocken nach dem Krieg auf dem Hamburger Glockenfriedhof wiedergefunden. Nach Essen zurückgekehrt, hängte man sie zunächst in der Ruine des alten Glockenturmes auf.


Ab 1951 wurde ein paar hundert Meter vom Standort der alten Kirche entfernt eine neue Kirche an der Margaretenstraße erbaut. Einige Zeit später wurde auch der neue Glockenturm fertiggestellt und beherbergt seit dem das vierstimmige OTTO-Geläute.

 

Im Rahmen der Gennschen Bistumsreform wurde die Kirche im Jahre 2008 als „weitere Kirche“, die das Bistum nicht mehr finanziert, außer Dienst gestellt und verlassen.

Am 1. April 2011 erwarb das Ev. Freikirchliche Sozialwerk  Essen e.V. die Kirche sowie die dazugehörenden pfarrlichen Gebäude und Einrichtungen und wandelte sie zum Kulturzentrum „Lighthouse“  

(= Leuchtturm) um.

 

Zu dem Zeitpunkt befand sich die Glockenanlage in einem desolaten Zustand: "die Läutemotoren und das Schlagwerk waren defekt“ und „es konnten auch nicht alle Glocken geläutet werden", so Harald Sadowski, Geschäftsführer des Sozialwerkes. Nachdem er sich mit den Glocken und ihrer Geschichte beschäftigt hatte, wurde ihm sofort klar, "welch eine besondere Verantwortung auf uns zugekommen war". "Das vierstimmige Geläute war ja genau das, was in der im 2. Weltkrieg zerstörten Kirche bereits hing und nur deshalb erhalten geblieben sind, weil die Glocken im Hamburger Hafen zur Einschmelzung gelagert waren und dann doch noch zurückgekehrt sind." "Wir haben daher im Zuge der Umbauarbeiten eine hohe Investition getätigt, die Stromversorgung zum Turm hin und im Turm erneuert, mehrere Läutemaschinen  und Schlagwerke erneuert und eine neue Steuerung einbauen lassen. Die Glocken läuten wieder so wie es früher war."

 

Auch wenn im übergemeindlichen und überkonfessionellen „LIGHTHOUSE“ heute keine regelmäßigen sonntäglichen Gottesdienste mehr stattfinden, werden zu besonderen Gelegenheiten die Glocken auch vierstimmig geläutet, etwa bei einem großen Gottesdienst der evangelischen Allianz Essen oder anderen gottesdienstlichen Veranstaltungen im Jahreskreis.

 

Das Geläute von Mariä Geburt ist wegen seines besonderes Klanges unter Experten berühmt. Für die Pfarrkirche St. Antonius in Frohnhausen, die selbst keine Glocken hat, soll eine Tonaufnahme dieser Glocken angefertigt werden. Man will ihren Klang dort künftig über Lautsprecher abgespielen.

 

Fotos: G. Reinhold

 


April 2013

OTTO-Glocken in Berlin - WUNDERBAR

Neulich haben wir OTTO-Glocken in Berlin besucht und schöne Entdeckungen gemacht:

 

1.) Im Turm der schönen Herz Jesu-Kirche in Zehlendorf entdeckten wir eine OTTO-Glocke aus dem Jahr 1908, die beide Weltkriege überlebt hat. Das Buch von Wille (1987): "Die Glocken von Berlin" führt hier fälschlicherweise eine andere Glocke auf.

 

 

 

2.) In der Kirche am Südstern im Stadtteil Kreuzberg die "Reichspräsident-Feldmarschall-von-Hindenburg-Gedächtnisglocke" aus dem Jahre 1934, die nach dem Krieg Anfang der fünfziger Jahre auf einem Schrottplatz in Spandau wiedergefunden wurde.

 

 

 

3.) Das "Weihachtsgeläut" der Lindenkirche in Wilmersdorf, dessen Glocken am 24. Dez. 1957 geweiht wurden. Ihre Inschriften beziehen sich auf die Weihnachtslesung: Jesaja 9,5.

 

OTTO-Glocken in Berlin  - WUNDERBAR

 

 

Fotos: G. Reinhold


Februar 2013

Bergung und Rückführung der Glocken der Barbarakirche in Bottrop

Im Rahmen der Umstrukturierung des Bistums Essen wurde die

St. Barbara-Kirche, Bottrop-Lehmkuhle aufgegeben. Die Propstei

St. Cyriakus hat das Gelände an die Diakonie Bottrop verkauft, die dort Wohnungen für Behinderte errichten wird. Der Kirchengemeinde ist es gelungen, das Inventar der Kirche in anderen Kirchengemeinden einer weiteren würdigen, kirchlichen Nutzung zuzuführen.

Die drei sehr unterschiedlichen Glocken der Kirche wurden durch die Firma OTTO-Glocken, Bremen, vom Turm geholt. Schon im Jahre 2009 wurde eine alte Leihglocke aus Polen zurück in ihre Heimatpfarrei

St. Nikolaus in Polanka Wielka gebracht. Am 19. März 2013 wurden die beiden anderen Glocken vom Turm geholt.

Die Franziskus-Glocke von 1926 wurde zurück in die Mutterpfarrei Herz Jesu gebracht. Sie steht unten in der Kirche vor dem Behinderten-aufzug.  Es ist geplant, sie einmal wieder im Turm von Herz Jesu als Angelusglocke aufzuhängen.

Die Stahlglocke von 1956 wird künftig zusammen mit der alten Barbara-Statue auf dem Gelände zur Erinnerung an die ehemalige Pfarrkirche in Bottrop Lehmkuhle aufgestellt.

 

Fotos: G. Reinhold

 

Presse-Links:

Diakonie kauft St. Barbara (DerWesten.de)

Ein letzter Abschied (DerWesten.de)
Glocken geborgen (DerWesten.de)


Fotos: G. Reinhold